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Hassfurter Tagblatt
vom 27.4.2009
Die heimlichen Wünsche erfüllt
Zweite Bluesnacht des Haßfurter Kulturamtes füllte
die Rathaushalle
Hassfurt (ger)
Mit der zweiten Bluesnacht hat Petra Lettang vom Kulturamt Haßfurt
live die heimlichen Wünsche vieler Bluesfans erfüllt: die Rathaushalle
in Haßfurt platzte aus allen Nähten, als die "Omni Blues
Band and the R&B Horns" und ihre Gäste "Leslie &
Clyde" und "Making Blues" alle Facetten des Blues zum Klingen
und Singen brachten.
Die zahlreichen Gäste hatten nicht nur gute Laune, sondern auch eine
wahrhaft große Liebe zum Blues mitgebracht. So hielt sich die Stimmung
von Beginn der Nacht bis zum frühen Morgen kurz unter dem Siedepunkt.
Denn alle drei Formationen, die grundsätzlich verschiedene Bluesstilrichtungen
verkörperten, heizten dem Publikum so richtig ein.
Den furiosen Auftakt machten die Musiker der jungen Band "Leslie
& Clyde" mit einer Mischung aus Blues, Soul, Funk, Jazz und Pop.
Ihre Musik, größtenteils aus ihrer eigenen Feder, ging unter
die Haut. Sie hatte auch ihren ganz eigenen Reiz: denn Stephan "Leslie"
Schmitt ist ein exzellenter Gitarrist, der mit seinem Instrument scheinbar
verwachsen ist. Ihm stehen die übrigen Bandmitglieder, der Pianist
Thomas Christe, der Schlagzeuger Uli Kleideiter und der Bassist Joachim
Lang in nichts nach. Das Publikum bejubelte die Band regelrecht und wurde
selbst noch mit einer Zugabe belohnt.
Direkt ins Blut und in die Seele drängte dann der Blues von Ignaz
Netzer und Albert Koch, die gemäß ihrem Namen "Making
Blues" unplugged dem ursprünglichen Blues nachgehen. Mit akustischer
Gitarre, Mundharmonika und Gesang rissen sie ihre Zuhörer mit in
den unverfälschten, schweißtreibenden und emotional aufwühlenden
Blues und wurden frenetisch gefeiert. Humorvolle Ansagen würzten
das Programm, das von der Spielfreude und vor allem von den technisch
wie musikalisch hervorragenden Talenten der Musiker zeugte. Ignaz Netzer
ist nicht nur ein begnadeter Bluesgitarrist und Bluessänger, sondern
kann auch mit seinem Kollegen an der Mundharmonika mithalten. Dies stellte
er beim "Two harps Boogie" eindrucksvoll unter Beweis. Das Publikum,
das bei allen Stücken enthusiastisch mitklatschte, ließ sich
auch gerne zum Mitsingen einladen.
Nach der gewünschten Zugabe ging es mit der "Omni Blues Band"
im Programm weiter. Sängerin Linda Schmelzer, der mit dem Gitarristen
Mike Viertel, dem Schlagzeuger Gunnar Olsen und dem Bassisten Chui Lang
bereits erstklassige Musiker zur Seite stehen, hatte diesmal neben dem
Pianisten Thomas Christe auch die fantastischen Bläser Bernie Kimmel
(Trompete), Jürgen Faas, Vladimir Strecker (Saxophon) und Thomas
Gußner (Posaune) sowie ein neues Repertoire mit Songs von Etta James,
Gary Moore, Marvin Gaye oder Ray Charles mitgebracht. Die ausgefeilten
Bläser-Arrangements fanden ebenso viel Beifall wie die herrlichen
solistischen Einlagen des Pianisten und des Gitarristen. Vor allem aber
zog die volle, ausdrucksstarke, leidenschaftliche und röhrige Stimme
von Linda Schmelzer in ihren Bann.

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