Hassfurt, Rathaushalle, "When Blues comes to Town" Festival am 24.04.2009

Hassfurter Tagblatt
vom 27.4.2009

Die heimlichen Wünsche erfüllt

Zweite Bluesnacht des Haßfurter Kulturamtes füllte die Rathaushalle

Hassfurt (ger)
Mit der zweiten Bluesnacht hat Petra Lettang vom Kulturamt Haßfurt live die heimlichen Wünsche vieler Bluesfans erfüllt: die Rathaushalle in Haßfurt platzte aus allen Nähten, als die "Omni Blues Band and the R&B Horns" und ihre Gäste "Leslie & Clyde" und "Making Blues" alle Facetten des Blues zum Klingen und Singen brachten.

Die zahlreichen Gäste hatten nicht nur gute Laune, sondern auch eine wahrhaft große Liebe zum Blues mitgebracht. So hielt sich die Stimmung von Beginn der Nacht bis zum frühen Morgen kurz unter dem Siedepunkt. Denn alle drei Formationen, die grundsätzlich verschiedene Bluesstilrichtungen verkörperten, heizten dem Publikum so richtig ein.

Den furiosen Auftakt machten die Musiker der jungen Band "Leslie & Clyde" mit einer Mischung aus Blues, Soul, Funk, Jazz und Pop. Ihre Musik, größtenteils aus ihrer eigenen Feder, ging unter die Haut. Sie hatte auch ihren ganz eigenen Reiz: denn Stephan "Leslie" Schmitt ist ein exzellenter Gitarrist, der mit seinem Instrument scheinbar verwachsen ist. Ihm stehen die übrigen Bandmitglieder, der Pianist Thomas Christe, der Schlagzeuger Uli Kleideiter und der Bassist Joachim Lang in nichts nach. Das Publikum bejubelte die Band regelrecht und wurde selbst noch mit einer Zugabe belohnt.

Direkt ins Blut und in die Seele drängte dann der Blues von Ignaz Netzer und Albert Koch, die gemäß ihrem Namen "Making Blues" unplugged dem ursprünglichen Blues nachgehen. Mit akustischer Gitarre, Mundharmonika und Gesang rissen sie ihre Zuhörer mit in den unverfälschten, schweißtreibenden und emotional aufwühlenden Blues und wurden frenetisch gefeiert. Humorvolle Ansagen würzten das Programm, das von der Spielfreude und vor allem von den technisch wie musikalisch hervorragenden Talenten der Musiker zeugte. Ignaz Netzer ist nicht nur ein begnadeter Bluesgitarrist und Bluessänger, sondern kann auch mit seinem Kollegen an der Mundharmonika mithalten. Dies stellte er beim "Two harps Boogie" eindrucksvoll unter Beweis. Das Publikum, das bei allen Stücken enthusiastisch mitklatschte, ließ sich auch gerne zum Mitsingen einladen.

Nach der gewünschten Zugabe ging es mit der "Omni Blues Band" im Programm weiter. Sängerin Linda Schmelzer, der mit dem Gitarristen Mike Viertel, dem Schlagzeuger Gunnar Olsen und dem Bassisten Chui Lang bereits erstklassige Musiker zur Seite stehen, hatte diesmal neben dem Pianisten Thomas Christe auch die fantastischen Bläser Bernie Kimmel (Trompete), Jürgen Faas, Vladimir Strecker (Saxophon) und Thomas Gußner (Posaune) sowie ein neues Repertoire mit Songs von Etta James, Gary Moore, Marvin Gaye oder Ray Charles mitgebracht. Die ausgefeilten Bläser-Arrangements fanden ebenso viel Beifall wie die herrlichen solistischen Einlagen des Pianisten und des Gitarristen. Vor allem aber zog die volle, ausdrucksstarke, leidenschaftliche und röhrige Stimme von Linda Schmelzer in ihren Bann.